Yellowstone-
Nationalpark

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Feuer im Yellowstone

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NPS-Foto: FeuerbekämpfungDie Feuer von 1988

Der Frühling von 1988 was nass bis in den Juni, wo kein Regeln fiel. Die Parkmanager und Feuerspezialisten erwarteten, dass der Juni nass sein würde, so wie es früher immer wieder vorgekommen war (siehe unten stehende Tabelle). Achtzehn Feuer, die durch Blitze ausgelöst wurden, durften nach der Überprüfung entsprechend dem Feuerverwaltungsplan weiter brennen. Elf von diesen Feuern verlöschten von selbst, die sich wie viele andere Feuer in den Vorjahren verhalten hatten.

Regenfälle Mammoth Hot Springs
(Prozentsatz im Vergleich zum durchschnittlichen Regenfall)
  April Mai Juni Juli August
1977 10% 96% 63% 195% 163%
1978 91% 126% 42% 99% 46%
1979 6% 17% 42% 115% 151%
1980 33% 152% 55% 143% 199%
1981 49% 176% 102% 103% 25%
1982 169% 74% 89% 118% 163%
1983 22% 29% 69% 269% 88%
1984 44% 84% 66% 297% 121%
1985 42% 93% 44% 160% 84%
1986 145% 47% 64% 212% 75%
1987 42% 144% 75% 303% 122%
1988 155% 181% 20% 79% 10%

Es kam entgegen der Vorhersage im Juli kein Regen. Im späten Juli, nach zwei Monaten mit geringen Niederschlägen, erreichte der Feuchtigkeitsgehalt des Grases und kleiner Zweige einen Grad von 2 bis 3%, bei Bäumen waren es 7% (ofengetrocknetes Bauholz hat 12%). Eine Reihe ungewöhnlich starker Winde fachte die Flammen an, die auch bei den trockenen Bedingungen sonst nicht so schnell vorwärts bewegt hätten.

Die extremen trockenen Bedingungen führen zu einer Austrocknung des toten Holzes, kleiner Zweige und des Grases. Abhängig von dem Feuchtigkeitsgehalt ist mit folgendem zu rechnen:

  • Feuchtigkeitsgehalt 8...12%: Blitzeinschläge werden wahrscheinlich Feuer auslösen, die sich rasch ausbreiten.
  • Feuchtigkeitsgehalt 12...20%: Feuer werden aktiv brennen und sich wahrscheinlich schnell ausbreiten.
  • Feuchtigkeitsgehalt >20%: Feuer können ausgelöst werden, aber nur wenige werden ein bedeutendes Gebiet verbrennen.
  • Feuchtigkeitsgehalt 24%: Es werden nur wenige Feuer ausgelöst.

Auf Grund der extrem trockenen Bedingungen, wurden nach dem 15. Juli den neuen, natürlichen Feuern nicht erlaubt weiter zu brennen (Ausnahmen wurden für natürliche Feuer gemacht, die neben den existierenden Feuern ausbrachen, wenn diese neuen Feuer eindeutig in die existierenden Feuer hinein brannten). Trotzdem dehnten sich die Feuerflächen im Park innerhalb einer Woche auf das Doppelte von ungefähr 6880 Hektar aus. Nach dem 21. Juli wurden alle Feuer bekämpft, entsprechend dem Personalbestand (von Menschen verursachte Feuer wurden von Anfang an energisch bekämpft). Am 27. Juli, während eines Besuchs im Yellowstone, bestätigte der Innenminister, dass das natürliche Feuerprogramm ausgesetzt wurde und alle Feuer bekämpft werden würden.

Feuerbekämpfung

NPS-Foto: FeuerflugzeugEin umfangreiche Zusammenarbeit zur Feuerbekämpfung wurde Mitte Juli im größeren Yellowstone-Gebiet initiiert, um eine Steuerung oder Eindämmung der beispiellosen Serie von Wildfeuern. Die extremen Wetterkonditionen und starke Ansammlungen von trockenen Brennstoffen stellten selbst die herausragenden, professionellen Feuerwehrmänner vor seltene Herausforderungen.

Anerkannte Feuerbekämpfungstechniken waren regelmäßig ineffektiv, da sich die Feuer über lange Entfernung durch „Fleckenbildung“ verbreiteten, einem Phänomen, in denen Windböen, Asche über unverbrannte Wälder verbreitet, um vor dem Hauptfeuer Nebenfeuer zu zünden.

Diese Nebenfeuer starten einen bis zweieinhalb Kilometer von den Feuern entfernt und machen die breiteste Brandschneise nutzlos und erlaubt dem Feuer über Flüsse, Straßen und sogar dem Grand Canyon of the Yellowstone River zu springen.

Feuer bewegen sich bis zu 3 Kilometer pro Stunde, bei einem täglichen Vormarsch von 8 bis 16 Kilometern, die feuerbeständigsten Wälderarten verzehrend. Die schnelle Bewegung, verbunden mit den Nebenfeuern, machten einen Frontangriff auf die Feuer äußerst gefährlich, da die Feuerlöschmannschaften leicht überrannt oder zwischen dem Haupt- und Nebenfeuern eingeschlossen werden konnten. Auch während der Nacht, konnten die Feuer nicht bekämpft werden. Normalerweise legen sich die Wildfeuer bei Nacht durch die ansteigende Feuchtigkeit und die gesunkenen Temperaturen. Aber 1988 blieb die Feuchtigkeit auch in der Nacht niedrig und die Feuerbekämpfung wurde weiter durch die Gefahr von fallenden Bäumen kompliziert.

Die Anstrengungen der Feuerbekämpfung waren auf die Seiten der Feuer und auf den Schutz von Leben und Eigentum im Weg des Feuers gerichtet. Die Feuerexperten vor Ort stimmten überein, dass nur Regen oder Schnee die Feuer aufhalten konnte. Sie lagen richtig: ungefähr ein halber Zentimeter Schnee am 11. September stoppen den Vormarsch der Feuer.

In der letzten Septemberwoche wurden ungefähr 50 Feuer durch Blitzeinschläge verursacht, die sich ihre Bahn in den Park bahnten, aber nur acht brannten fort. Über 120.000.000 US-$ wurden ausgegeben, um die Feuer im größeren Yellowstone-Gebiet unter Kontrolle zu bringen und die meisten Haupteinrichtungen des Parks und einige umgebende Ortschaften mussten evakuiert werden, als die Feuer auf wenige Kilometer herankamen. In die Anstrengungen der Feuerbekämpfung waren viele verschiedene Bundes- und Staatsstellen, einschließlich der bewaffneten Streitkräfte eingebunden. Zum Höhepunkt der Feuer waren 10000 Menschen aktiv. Dies war die größte gemeinschaftliche Anstrengung dieser Art, die bis dahin je in den Vereinigten Staaten unternommen wurde.

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