Yellowstone-
Nationalpark

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Feuer im Yellowstone

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Reaktionen nach dem Feuer und ökologische Konsequenzen

Im späten September, während die Feuer abnahmen, wurden laufend Pläne für umfassende Programme, betreffend aller Gesichtspunkte auf Reaktionen nach dem Feuer entwickelt. Diese umfassen Ersetzen, Wiederherstellen oder Reparieren der beschädigten Gebäude, Überlandleitungen, Feuerlinien, Wanderpfade, Campingplätze und andere Einrichtungen. Zuständige Informationsranger entwickelten Programme zur Erklärung der Feuer und ihre Einflüsse für Besucher und für das allgemeine Publikum. Der Park arbeitete auch mit anderen Stellen des Staates und lokaler Regierungen zusammen, um die ökonomische Wiederherstellung der Gemeinschaften, die durch das Feuer beeinflusst wurden, in der Nähe des Parks wiederherzustellen.

Wissenschaftler wollten die ökologischen Prozesse, die den Hauptfeuern nachfolgen, überwachen. Der National Park Service arbeitet mit anderen Stellen und unabhängige Forschern und Institute zusammen, um eine umfassende Forschungsrichtung zu entwickeln für diese einzigartige wissenschaftliche Möglichkeit zu ergreifen.

Beobachtungen begannen, als die Feuer noch brannten, als es offenkundig wurde, dass die Feuer nicht alle Lebensformen auf ihren Wegen vernichteten. Mit unterschiedlichen Stärken brennend, manchmal als Grundfeuer, manchmal als Kronenfeuer, töteten die Feuer viele Drehkiefern und andere Bäume, aber töteten nicht die meisten anderen Pflanzen, verbrannten lediglich die Oberteile von ihnen, hinterließen die Wurzeln zum Regenerieren.

Temperaturen, die hoch genug waren, um Samen zu zerstören, traten nur bei 0,1 Prozent des Parks auf. Nur unter Baumstämmen und in tieferen Abfallansammlungen, wo es dem Feuer möglich war, mehrere Stunden zu brennen, durchdrang die tödliche Hitze tiefer den Boden. Wo Wasser verfügbar war, begann neues Pflanzenwachstum innerhalb von einigen Tagen. In trockenen Böden mussten Wurzelstöcke, Zwiebeln, Wurzeln, Samen und andere Vermehrungsgewebe warten, bis ausreichend Bodenfeuchte vorhanden war, um dann im nächsten Frühling wieder zu wachsen.

Die Feuer des Jahres 1988 erzeugten ein Mosaik aus verbrannten, teilweise verbrannten und unverbrannten Bereichen. Dieses Mosaik bietet natürliche Feuersperren, reduzieren die Anzahl der beginnenden Feuer und Begrenzen die Größe des Feuers über die Zeit, während eine größere Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten unterstützt werden. Eine Vegetation, die andere große Feuer unterstützt, ist für Dekaden selten, ausgenommen in außergewöhnlichen Situationen.

Obwohl Tierwanderungen manchmal den Durchzug von Feuern dramatisch beeinflussen, starben relativ wenige Tiere. Teile des nördlichen Bereiches jedoch brannten, die die Winterrückzugsgebiete von grasenden Tieren waren. Bei diesen und vielen anderen Möglichkeiten, ändern Feuer die Lebensräume dramatisch und die Nahrungsmittelproduktion des Yellowstones für kurze Zeit.

Was seit 1988 NICHT passierte

Viele Prognosen würden über die langfristigen Auswirkungen der Feuer gemacht. Es gibt jedoch keinen Beweis dafür, dass die folgenden auftreten:

  • Ein langfristiger Rückgang der Besucher des Parks.
  • Bodenerosion durch den verstärken Abfluss des Wassers auf unbedeckten Flächen.
  • Eine Abnahme des Fischbestandes durch die erhöhte Erosion, die das Wasser verschlammt.
  • Ein Wachstum der Fischpopulationen in kleineren fließenden Gewässern, wo die Entwaldung und der Verlust des Schattens zu wärmeren Wasser und größerem Futterangebot führen kann.
  • Rasant ansteigende Invasion von nicht einheimischen Pflanzen auf die verbrannten Flächen und auf die durch das Feuer entstandenen Korridore.
  • Eine Ansteigen der Luchse durch den Boom an Schneeschuhhasen als Ergebnis der Änderung des Waldbestandes.
  • Ansteigende Schlagkraft der Weidenzweige und Produktion von Verteidigungsstoffen, die das Abweiden durch Hirsche und Elche verhindert.
  • Ein Anwachsen der Hirschpopulation durch das verbesserte Futterangebot.
  • Eine Abnahme der gefährdeten Grizzlybärpopulation durch die geringere Samenproduktion der weißstämmigen Kiefer.
  • Eine weitere große Feuersaison im Yellowstone, da überall Brennmaterial durch so viele tote und umgestürzte Bäume vorhanden ist.
  • Anpassung des Programms der natürlichen Bände, um die Wahrscheinlichkeit von zukünftigen großen Feuer im Yellowstone zu reduzieren.

Was sich geändert HAT

Obgleich einige langfristigen Konsequenzen der Feuer sichtbar bleiben, wurden diese Änderungen vollständig oder zumindest teilweise durch die Feuer von 1988 verursacht:

  • Die Auswechselung von tausenden Hektar Waldes mit stehenden oder gefallenen Baumstümpfe durch Millionen von Jungbäumen der Drehkiefer.
  • Die Ansiedlung von Espensetzlingen in Flächen des Parks, wo die Espe vorher nicht vorkam.
  • Eine Abnahme der Elchpopulation durch den Verlust von alt gewachsenem Wald.
  • Verschiebungen der Strömungskanäle als Ergebnis der Ablagerungen durch die verbrannten Abhänge.
  • Ein Ansteigen des Verständnisses und Akzeptanz der Öffentlichkeit der Rolle von Feuern in Wildnissen.
  • Ein stärkeres Programm, um gefährliche Brennstoffe um die entwickelten Gebiete zu reduzieren.

Böden

Fruchtbare Böden mit guten, Wasser speichernden Eigenschaften, die eine dichte, mannigfaltige Vegetation vor dem Feuer hatten, würden wahrscheinlich schnell nach dem Feuer mit einer Vielzahl von Arten und nahezu kompletter Bedeckung reagieren. Einige Böden im Yellowstone unterstützen nur eine geringe Vegetation vor den Feuern und setzten dies auch danach fort. Flächen, die unfruchtbar und hoch erosiv erscheinen, wurden dies nicht unbedingt als Ursache des Feuers.

Vegetation

NPS-Info: Junge DrehkiefernDa das Wurzelsystem der stehenden, toten Bäume verfault und ihren Halt im Boden verliert, fallen diese Bäume allmählich um, oft bei einem starken Wind. Viele bleiben jedoch für ein weiteres Jahrzehnt oder noch länger aufrecht stehen.

Viele Wälder, die 1988 verbrannten, waren mächtige Drehkieferbestände und diese Art rekolonialisierte wieder viele verbrannte Flächen. Andere Arten, wie die Engelmann-Fichte, Felsen-Tanne und Douglasien tauchen ebenfalls auf.

Die Dichte der Drehkiefer-Jungbäume in den verbrannten Flächen nach dem 1988iger Feuer variiert, abhängig von den Faktoren, wie die Stärke des Feuers, Höhe, Fülle der Serotinität-Zapfen und Eigenschaften des Saatgrundes. Dichte rangiert von 80 Jungbäumen pro Hektar bei Beständen in hohen Höhen mit keinen Serotinität-Zapfen bis zu 1,9 Millionen Jungbäumen pro Hektar bei Beständen in niedrigerer Höhe und wo die Hälfte der Bäume Serotinität-Zapfen aufwiesen.

Ungefähr 28 Prozent des Waldes aus weißstämmiger Kiefer brannte 1988. Dies beeinflusst die Grizzlybären, für die die Samen der weißstämmigen Kiefer eine wichtige Futterquelle im Herbst sind. Samen, die nicht von den Grizzlys gefressen werden, bleiben in den Verstecken der roten Eichhörnchen und des Kiefernhähers (Nucifraga columbiana). Diese vergraben Samen und die Beständigkeit der Jungbäume der weißstämmigen Kiefer auf den verbrannten Flächen, geben diesem Baum eine Anfangsvorteil gegenüber anderen Nadelbäumen, die vom Wind zur Verbreitung der Samen abhängig sind. Jedoch sind diese langsam wachsenden und langlebigen Bäume typischerweise über ein Jahrhundert alt, bevor sie Zapfen erzeugen. Die jungen Bäume sterben vielleicht, bevor sie sich fortpflanzen, wenn der Zeitraum zwischen den Feuern zu kurz ist oder wenn schneller wachsende Nadelbäume sie überwachsen. In 1995 fanden sich Jungbäume der weißstämmigen Kiefer in allen 275 Studiengebieten, jedoch unterschied sich die Dichte nicht bedeutend zwischen den verbrannten und unverbrannten Gebieten.

Ungefähr ein Drittel der Espen im nördlichen Bereich verbrannten in den 1988iger Feuern – aber die Espen-Bestände wurden nicht zerstört. Feuer tötete erwachsene Stämme ab, erhöhte jedoch die Vervielfältigung der Espe. Wie andere Störeinflüsse, stimuliert das Feuer das Wachstum von Wurzelschösslingen aus dem ausgebreiteten, unterirdischen Wurzelsystem der Espen. (Wurzelschösslinge und Austriebe erzeugen Klone der „Mutter“-Espe.) Feuer hinterlässt auch entblößten Mineralboden ohne größere Pflanzen – perfekte Bedingungen für Espen-Jungpflanzen. Nach den Feuern von 1988, tauchten in den verbrannten Gebieten des Parks Espen-Jungpflanzen auf. Alle Jungbäume, ob Klone oder Keimlinge, können durch Hirsche stark abgeweidet werden und wachsen vielleicht nicht viel über Buschhöhe. Aber Feuer helfen indirekt einige dieser jungen Bäume zu schützen: Die Stämme von umgefallenen Bäumen halten Hirsche davon ab, einige junge Espen zu erreichen.

Wie die Bäume, wurden die meisten anderen Vegetationsarten im Park nicht durch die Feuer getötet; der Teil über dem Boden wurde verbrannt, aber die Wurzeln blieben zur Regeneration erhalten. Das neue Wachstum der Pflanzengemeinschaft begann sobald das Feuer verschwunden und Feuchtigkeit verfügbar war, was an einigen Stellen innerhalb weniger Tage erfolgte. Bei trockenen Böden, mussten die Samen bis auf den nächsten Frühling auf Feuchtigkeit warten. Neue Keimlinge wachsten sogar in den wenigen Gebieten, wo der Boden stark genug brannte, dass der Boden sterilisiert wurde. Innerhalb weniger Jahre, kehrte das Grasland weitestgehend zu seinem Aussehen vor dem Feuer zurück. Beifuss kehrte auch sehr schnell zurück.

Pflanzenwachstum war durch die mineralischen Nährstoffe in der Asche und der zugenommenen Sonneneinstrahlung auf dem Waldboden ungewöhnlich üppig in den ersten Jahren nach dem Feuer. Moose, zweieinhalb Zentimeter oder dicker wuchs auf dem verbrannten Böden und war ein Faktor zur Rückhaltung der Feuchtigkeit zur Unterstützung der neuen Vegetation und langsamen Erosion.

Wildleben

Die meisten Huftierarten wurden stärker durch die Trockenheit beeinflusst und die relativ harten Winter, die den Feuern folgten. Obwohl keine der Winterbereiche brannte, nahmen männliche Rehe um 19 Prozent und Gabelböcke um 29 Prozent während des Winters von 1988 ab.

NPS-Foto: Toter HirschDie Sterblichkeit der Hirsche stieg auf ungefähr 40 Prozent im Winter 1988-89, aber Wissenschaftler sind sich nicht sicher, wie viel davon durch das reduzierte Futterangebot durch die Feuer verursacht wurde. (Mindestens 15 Prozent der Todesfälle wurde durch die Jagdsaison außerhalb des Parks verursacht). Auch ohne die Feuer, hätten verschiedene Faktoren wahrscheinlich zu einer höheren Sterblichkeit der Hirsche in diesem Winter geführt: trockener Sommer, Herddichte, Jagdernte und harter Winter. Der größte Einfluss der Feuer war deshalb auf die Menge und Qualität des Futters, das für die Hirsche in den nachfolgenden Jahren zur Verfügung stand. Einer zweijährigen Studie zufolge, war die Futterqualität der drei Grastypen besser auf verbrannten Flächen als auf unverbrannten.

Von den 38 Grizzlybären, die Radiosender trugen, als die Feuer begannen, hatten 21 ihre Heimatgebiete dort, wo ein oder mehrere Feuer brannten: 13 dieser Bären zog es in die verbrannten Gebiete, nachdem die Feuerfront passierte, drei Bären (erwachsene Weibchen mit Jungen) blieben innerhalb aktiver Brände als die Feuer fortschritten, drei Bären blieben die ganze Zeit außerhalb der Feuerlinien und zwei erwachsene Weibchen könnten nicht lokalisiert werden. In einer Studie von 1989-92, wurde herausgefunden, dass die Bären regelmäßiger auf den verbrannten Flächen grasten als auf den unverbrannten, besonders von Klee und das schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium). Es nahm die Fressaktivität in einigen Gebieten der weißstämmigen Kiefer um über 63 Prozent ab, so dass die Feuer keinen erkennbaren Einfluss auf die Anzahl der Grizzlybären im größeren Yellowstone hatten.

Nagetiere hatten von allen Säugetieren wahrscheinlich die höchste Sterblichkeit durch Feuer. Obwohl viele vor den Feuern in Höhlen fliehen können, starben viele durch Erstickung als die Feuer durchkamen. Sie waren auch verstärkt Raubtieren ausgesetzt, da sie den Schutz des Grases und anderer Pflanzen verloren hatten. Aber wenn die Anzahl der kleinen Säugetiere zeitweilig reduzierte, und die Anzahl der Raubtiere vervielfachte, die steigende Anzahl der Raubtiere würde bald einer Nahrungsknappheit zur Folge haben, wobei sich das Einstellen des Verhältnisses Raubtiere – Beutetiere fortsetzen würde.

Die meisten Vögel waren nicht direkt verletzt durch die Feuer und einige wurden begünstigt. Beispielsweise Raubvögel jagten Nagetiere, die vor den Feuern flohen. Aber junge Fischadler, die noch in ihren Nestern waren, starben. Den Feuern nachfolgenden Änderungen des Lebensraums halfen einigen Vögeln. Höhlenbrütende Vögel, wie die Spaltende (Bucephala islandica), Goldspecht (Colaptes auratus) und Hüttensänger (Sialia) hatten viele tote Bäume für ihre Nester. Wanderdrosseln (Turdus migratorius) und Goldspechte finden leichter Ameisen und Würmer. Boreale Eulen jedoch verloren einige ihrer mächtigen Wälder, die sie benötigen.

Wasserressourcen

Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass der Verlust von Mutterboden und Sedimentablagerungen in fließenden Gewässern stark variieren, aber in den meisten Fällen blieben sie innerhalb eines normalen Bereichs.

Ungefähr ein Viertel des Einzuggebiets des Yellowstone Lakes und Lewis Lakes und die Hälfte des Einzugsgebiets des Heart Lakes brannten in einem gewissen Umfang, aber keine wesentlichen Änderungen konnten in der Nährstoffanreicherung, Planktonproduktion oder Fischwachstum als Ergebnis gesehen werden. Es gab anscheinend keine ansteigende Erosion der Flussbänke oder Änderung in der Zusammensetzung des Substrates oder Morphologie des Betts, die die Leichplätze der Yellowstone-Cutthroat-Forelle (Oncorhynchus clarki bouvieri). Es konnten keine erkennbaren Effekte durch das Feuer bei den Fischbeständen beobachtet werden oder bei durch die Angelerfahrung in den sechs Flüssen, die seit 1988 regelmäßig überwacht wurden.

In anderen Wassereinzugsgebiete des Parks, wie dem des Gibbon Rivers, trat eine starke Erosion und Schlammlawinen nach den heftigen Regen des Sommers von 1989 auf. Wissenschaftler wissen nicht, wie viel dieser Ereignisse die Feuer 1988 unterstützt haben. Jedoch hat ab 1991 das Pflanzenwachstum diese Erosion verlangsamt.

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