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Unter dem Yellowstone Lake

Seit den späten 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts werden immer wieder weitere Einzelheiten der Geologie unter dem Yellowstone-Lake bekannt. 1996 fanden Forscher auf dem Grund der Bridge Bay Anomalien als Ergebnis von Messungen mit dem Tiefenecholot. Sie entwickelten einen fernsteuerbaren Tauchroboter, der mit einer Fotoausrüstung und ein Bereichscan-Sonar ausgestattet wurde. Große Ziele erschienen im Sonarbild, als plötzlich sehr große, säulenartige Strukturen im Sichtbereich der Kamera auftauchten. Diese Strukturen sehen den hydrothermalen Strukturen in großen Tiefen der Ozeane, wie am mittelatlantischen Rücken, sehr ähnlich. Sie bieten den Lebensraum für Wassertiere, wie Frischwasserschwämme und Algen.

Erkundungen am Seeboden

NPS-Foto: Unbemanntes U-Boot zur Erkundung des Yellowstone LakesVon 1999 bis 2003 erkundeten Wissenschaftler des US Geological Survey und die Privatfirma Eastern Oceanics den Grund des Yellowstone Lakes mit hochauflösenden Mehrkanal-Echoloten und erstellten seismische Reflexionsprofile. Die Erkundung zeigte, dass die nördliche Hälfte des Sees, die sich in der 640000-Jahren-alten Yellowstone-Caldera befindet, viele vorher unbekannte Besonderheiten wie große hydrothermale Explosionskrater, silikatische Säulen, hunderte von hydrothermale Öffnungen und Krater, aktive Risse und domartige Besonderheiten, die Gastaschen und deformierte Sedimente enthalten und kartierten diese. Auch wurden vorher unbekannte Störungen, Bergrutsche und jetzt unter Wasser liegende ältere Seeuferlinien erkannt. Diese Besonderheiten sind Teil einer wellenförmigen Landschaft, die durch alte rhyolithische Lavaflüsse gebildet wurden, die die Caldera füllten.

Die südliche Hälfte des Sees liegt außerhalb der Caldera und wurde durch Gletscher und andere Prozesse geformt. Der Grund des südöstlichen Arms hat viele eiszeitliche Besonderheiten, ähnlich denen, die dem eiszeitlichen Gebiet an Land um Jackson Hole, südlich des Parks, sichtbar sind.

Diese neuen Erkundungen geben ein genaues Bild der geologischen Kräfte, die den Yellowstone-Lake gebildet haben und bestimmen die geologischen Einflüsse, die die heutige Wasser-Biosphäre beeinflussen. Zum Beispiel, Krater, die durch hydrothermale Explosionen von Wasser, das blitzartig in Dampf verwandelt wurde, erzeugt wurden, sind oft mit Störungen und Zersplitterung des darüber liegenden Deckgesteins verbunden. Die Türme werden wahrscheinlich in einer ähnlichen Weise gebildet wie die Kamine der schwarzen Raucher, die hydrothermale Besonderheiten an den Grenzen der ozeanischen Platten.

Analyse der Türme

NPS-Foto: Säule vom SeebodenZusammen mit dem National Park Service entnahm die Universität von Wisconsin-Milwaukee einen kleinen Turm für das Studium durch verschiedene Teams (siehe Bild rechts). Sie führten eine Untersuchung mit einem Computertomografen durch, der Strukturen zeigte, die anscheinend Kanäle bilden, vielleicht für die hydrothermale Zirkulation. Als der Turm aufgeschnitten wurde, bestätigte sich die Anwesenheit der Kanäle und es zeigte sich eine geschichtete Struktur.

Tests durch das US Geological Survey zeigten, dass die Türme wahrscheinlich über 11000 Jahre alt sind, was anzeigt, dass sie nach dem Abschmelzen der letzten Gletscher gebildet wurden. Zusätzlich zu dem hydrothermisch gebildeten Silicat, enthalten die Türme auch Kieselalgen (Schalen). Weitergehende Untersuchungen sollen das Alter der Türme und deren Zusammensetzung bestätigen.

Beide Forschungsprojekte wurden bereits erweitert, um die geologischen Kräfte unter dem Yellowstone-Lake verstehen zu lernen. Zusätzliche Studien der Türme und anderer Unterwasserbesonderheiten werden fortgesetzt, um zu unserem Verständnis der Beziehung zwischen diesen Besonderheiten und dem Wasser-Ökosystem beizutragen.

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