Yellowstone-
Nationalpark

www.Wissen-im-Netz.info

Tiere - Säugetiere

Homepage
   Freizeit
      Reisen
         Yellowstone
            Tiere
               Säugetiere

Rotfuchs

NPS-Foto: RotfuchsWissenschaftlicher Name: Vulpes vulpes
Englischer Name: fox

Verhalten und Größe

  • Erwachsene Tiere: 4,5…6 kg; durchschnittlich 109 cm lang.
  • Durchschnittliche Lebenserwartung: 3…4 Jahre.
  • Verschiedene Farbphasen; gewöhnlich rotes Fell mit einer weißen Schwanzspitze, dunkle Beine; schlanke, lange Schnauze.
  • Heult oder singt selten.
  • Von Kojoten durch Größe, Farbe und buschigeren Schwanz zu unterscheiden.
  • Einzelgängerisch, aber während der Paarungszeit paarweise.
  • Beutetiere: Wühlmäuse, Mäuse, Kaninchen, andere kleine Säugetiere.
  • Andere Nahrung: Aas und andere Pflanzen.
  • Feinde schließen Kojoten ein.

Anzahl im Yellowstone

  • Unbekannt.

Wo können Rotfüchse beobachtet werden?

  • Lamar Valley, Gebiet des Canyon Village
  • Typischer Lebensraum: Ränder der Beifuss-Steppe/Grasland und Wälder.

Der Rotfuchs ist seit 1880 im Yellowstone dokumentiert. In Bezug auf andere Hunde (Canidae) im Park, sind die Rotfüchse die kleinsten. Erwachsene Füchse wiegen 4,5…6 kg; Kojoten im Yellowstone durchschnittlich 14 kg schwer; und erwachsene Wölfe wiegen beinahe 50 kg. Rotfüchse gibt es in verschiedenen Farbschattierungen, aber sie können gewöhnlich von Kojoten durch ihr rötlich-gelbes Fell unterschieden werden, das auf dem Rücken und Schultern etwas dunkler ist und mit schwarzen „Strümpfen“ an ihren Unterschenkeln. Eine „Kreuz“-Färbung des Rotfuchses (ein dunkles Kreuz auf ihren Schultern) wurde in den letzten Jahren einige Male aus dem Canyon und Lamar Valley berichtet. Auch wurde in größeren Höhen heller gefärbte Rotfüchse gesehen.

Füchse fressen eine große Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Kleine Säugetiere wie Mäuse, Wühlmäuse, Kaninchen und Insekten umfassen den Großteil ihrer Nahrung. In einigen Gebieten scheint Aas eine wichtige Futterquelle im Winter zu sein. Die viele Meilen langen Waldränder, die halboffenen und die Canyon-Gebiete des Parks scheinen einen brauchbaren Lebensraum und Nahrungsquelle für die Füchse abzugeben. Sie sind im nördlichen Teil des Parks weit verbreitet und mit einer lückenhaften Verteilung im restlichen Park. Füchse sind weitaus zahlreicher im Yellowstone, wie vorher gedacht, da sie nicht oft gesehen werden. Sie sind nachtaktiv, gewöhnlich einzelgängerisch und wandern entlang der Ränder zwischen Wiesen und Wäldern.

Füchse gewöhnen sich an Menschen, wenn sie gefüttert werden. Ein Fuchs des Sommers 1997 wurde dreimal in der Gegend des Tower Falls gefangen und umgesiedelt, da Besucher ihn mit menschlicher Nahrung fütterten. Der Fuchs wurde 10 bis 60 Meilen entfernt von den Tower Falls wieder freigelassen, aber er kehrte zweimal zurück. Zum Schluss kam der Fuchs nach Mammoth, wo er wieder gefüttert wurde und als Ergebnis dann getötet werden musste. Diese Geschichte gibt uns interessante Informationen über den Heimatinstinkt des Fuchses, genauso wie sie zeigt, wie wichtig die Beachtung der Regeln ist, um nicht unbeabsichtigt den Tod eines Tieres des Yellowstones zu verursachen.

Eine wenig bekannte Tatsache über Rotfüchse ist die, dass die meisten von ihnen in den unteren 48 Staaten, besonders im Osten und in den Staaten der großen Ebenen, im 18. und 19. Jahrhundert von Europa aus für Fuchsjagden und Pelzfarmen eingeführt wurden. Die Füchse, die die Jagd überlebten oder den Pelzfarmen entkamen, vermehrten sich stark und richteten sich westwärts. Zusätzlich zu dieser eingeführten Unterart des Rotfuchses gibt es drei einheimische Unterarten, die auf großen Höhen in der Sierra (Vulpus vulpus necatar), Cascade (Vulpus vulpus cascadensis) und Rocky Mountains (Vupus vulpus macroura) gibt und gemeinsam als Bergfüchse bezeichnet werden. Von diesen Unterarten ist nur wenig bekannt.

Ein Forschungsprojekt wurde zwischen 1994 und 1998 durchgeführt, die mindestens zwei Unterpopulationen der Füchse im Größeren Yellowstone-Ökosystem festgestellt hatte. Auf ungefähr 2130 m Höhe scheint es eine Trennlinie zu geben, ohne eine geografische Barriere, die diese Füchse voneinander trennt. Die genetischen Unterschiede zwischen diesen Füchsen sind ähnlich denen von Festland- und Inselpopulationen von Füchsen in Australien und ihrem unterschiedlichen Verhalten in ihren Lebensräumen. Zusätzlich sind ihre Abmessungen, wie die Ohrlänge und Länge der Hinterfüße, bis zu einem gewissen Grad an die kälteren Umgebungsbedingungen mit tieferem Schnee und längeren Wintern angepasst.

Seit den ersten, dokumentierten Sichtungen der Rotfüchse im Yellowstone-Nationalpark, wurde in größeren Höhen eine neue Fellfarbe beobachtet. Dieses gelbliche oder cremeartige Farbe tritt meistens über 2150 m auf, wie bei Cooke City oder auf dem Beartooth Plateau.

Während des vergangenen Jahrhunderts, besonders innerhalb der letzten Dekaden, stieg die Anzahl der Fuchssichtungen erheblich. Dies könnte durch die bessere Dokumentation der Sichtungen durch den „Beobachtungsbericht der seltenen Tiere“, der 1986 begann, erfolgt sein. Die Zunahme der Besucher bedeutet auch, dass die Chancen der Fuchssichtungen gestiegen sind. Es kann auch durch die Wiederansiedlung der Wölfe im Yellowstone zu einem allmählichen Wachstum der Anzahl der Füchse kommen sein.

Wölfe und Kojoten sind sowohl genetisch als auch körperlich näher miteinander verwandt wie Wölfe und Füchse. Wölfe bestehen erfolgreich die Konkurrenz mit den Kojoten und verursachen eine Abnahme der Kojotenpopulation. Dies hat vielleicht zu einer Zunahme der Fuchssichtungen in den Kerngebieten der Wölfe, wie im Lamar Valley, geführt.

© 1999-2009 Copyright by Jürgen Kühnle
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Seiten würde ich mich freuen juergen@kuehnle-online.de.