Yellowstone-
Nationalpark

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Vegetation

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Vegetation

Die Vegetation im Yellowstone besteht hauptsächlich aus typischen Arten der Rocky Mountains. Sie ist durch die Flora der großen Ebenen im Osten und durch die der Zwischengebirge im Westen geprägt. Die Pflanzengemeinschaften, wie sie sich im jeden Bereich des Parks präsentiert, spiegelt eine komplexe Wechselwirkung zwischen vielen Faktoren wieder, einschließlich der regionalen Flora, dem Klima, der Topografie und den lokalen Substraten / Böden.

Die Vegetation des Parks hängt mit der Geologie des Parks zusammen. Die Calderaexplosionen der Region zerstörten die Vegetation vollständig. Zusätzlich änderten Gletscher die Region während der Eiszeit wesentlich. Heute gibt es ungefähr 1100 einheimische Arten von Blütenpflanzen im Park. Dies sind Arten, die entweder in einem Gebiet mit Gletschern, Lavaflüssen oder anderen Naturkatastrophen bestehen oder danach wiederbesiedeln können. Die größere Yellowstone-Region hat einige endemische Pflanzenarten, hauptsächlich im östlichen Teil der Absaroka Mountains außerhalb des Yellowstones. Innerhalb des Yellowstones treten nur zwei endemische Arten auf, das Yellowstone Sand-Eisenkraut (Abronia ammophila) und Ross-Straußgras (Agrostis rossiae).

Haupttypen

Bergwälder

NPS-Foto: BergwaldDer Yellowstone ist in Wälder gekleidet, die ungefähr 80 Prozent des Parks bedecken. Kilometer um Kilometer von Drehkiefern charakterisieren den Park, besonders innerhalb der Yellowstone-Caldera. Im Park sind auch ausgedehnte Waldbereiche zu finden, die von Felsen-Tannen und Engelmann-Fichten dominiert werden, besonders in den Gebieten der Absaroka Range, deren Untergrund von Andesit bestimmt sind. Diese Arten sind auch gewöhnlich im Unterholz vorhanden, wo die Beschirmung komplett von der Drehkiefer bestimmt ist. Mit der Zeit, in Abwesenheit von Feuer, werden die Felsen-Tannen und Engelmann-Fichten die Drehkiefer ersetzen, wo dann die Beschirmung durch diese Arten dominiert wird. In den höheren Bereichen, wie den Absaroka Mountains und der Washburn Range, wird die weißstämmige Kiefer der bestimmende Bestandteil der Wälder. In den oberen subalpinen Zonen, wachsen die weißstämmige Kiefer, die Engelmann-Fichte und Felsen-Tannen in kleinen Bereichen, die durch subalpine Wiesen getrennt sind. Schwere Bedingungen nahe der Baumlinie – Wind und Dürre – verursachen deformierte Formen, die als Krummholz bezeichnet werden, wo der Großteil des „Baumes“ unter dem Winterschnee geschützt wird.

Wälder aus Douglasien

NPS-Foto: DouglastannenDouglasienwälder treten in niedriger Höhe auf, besonders im nördlichen Teil des Parks. Die dicke Rinde erlauben der Douglasien, Feuer mit niedriger Intensität standzuhalten. Einige der alten Bäume zeigen Feuernarben von wiederholten Bodenfeuern. Im Kontrast dazu die Drehkiefern, die eine sehr dünne Rinde haben und durch Bodenfeuer getötet werden.

Unterholzvegetation

NPS-Foto: UnterholzDie Unterholzvegetation unterscheidet sich entsprechend den Niederschlägen, der Art des Waldes und dem Boden. Drehkieferwälder werden oft charakterisiert durch sehr karges Unterholz, meistens bestehend aus Seggen (Carex geyeri) oder Blaubeeren (Vaccinium scoparium). Reitgras (Calamagrostis rubescens) tritt regelmäßig in Douglasienwäldern auf, aber ist auch in anderen Waldtypen üblich, besonders wo der Boden besser entwickelt oder feuchter ist. In einigen Gebieten des Parks, wie Bechler und an den Rändern der Northern Range, hat sich offensichtlich eine bessere Bodenschicht entwickelt, bestehend aus Utah-Geißblatt (Lonicera utahensis), Schneebeere (Symphoricarpos spp.) und Büffelbeeren (Shepherdia canadensis).

Beifuß-Steppe

NPS-Foto: BeifußsteppeDer nördliche Bereich besteht auf weiten Strecken aus einer Beifuß-Steppe. Der große Bergbeifuß (Artemisia tridentata var. vaseyana) dominiert diesen Gemeinschaftstyp, gemeinsam mit verschiedenen anderen Arten und Varietäten des Beifusses. Verschiedene Grasarten, wie der Idaho-Schwingel (Festuca idahoensis), dominieren auch die Beifuß-Steppe. Der nördliche Bereich kann im späten Juni und frühen Juli spektakulär mit Wildblumen bedeckt sein. Die Beifuß-Steppe tritt auch im Hayden Valley, Pelican Valley und Garnder’s Hole auf.

Auen und Uferbereiche

NPS-Foto: AueAuch wenn der Park durch Wälder und Beifuß-Steppen dominiert ist, gibt es hier viele andere Lebensgemeinschaften. Auen sind eine auffälliger Bestandteil in diesem Gebiet, mit ausgedehnten Bereichen aus Riedgras und Weidendickicht. Subalpine Wiesen sind reich an unterschiedlichen Wildblumenarten und eine Verflechtung in alpine Tundra auf den höchsten Spitzen. Flüsse, Seen und Teiche haben eine interessante Wasservegetation zu ihrer Fischfauna ausgebildet.

Hydrothermale Gemeinschaften

Der Yellowstone ist der beste Ort weltweit, um hydrothermale Phänomene wie Geysire und heiße Quellen zu beobachten. Faszinierende und einzigartige Pflanzengemeinschaften haben sich auf weiten Flächen des thermisch beheizten Bodens entwickelt. Viele der Arten, die in den Geysir-Bassins vorkommen, sind Arten, die erschreckend unterschiedliche Bedingungen tolerieren können und so im ganzen Westen der Vereinigten Staaten wachsen. Andere Arten sind typisch für die zentralen Rockys oder es sind regional endemische Arten.

Effekte von Störungen

Die Vegetation des Parks erscheint auf den ersten Blick statisch und unveränderlich, aber tatsächlich müssen sie auf Änderungen reagieren. Hydrothermale Pflanzengemeinschaften demonstrieren in sehr kurzen Zeiträumen, dass Änderungen in jedem natürlichen System fundamental sind. Innerhalb einiger Tage kann sich der Boden aufheizen, vielleicht durch ein Erdbeben ausgelöst, und Pflanzen braten, während in angrenzenden Bereichen es kühler werden kann, was dann Pflanzen ermöglicht, vorher unwirtliche Standorte zu besiedeln. Die Vegetation des Parks spiegelt heute die Effekte von vielen unterschiedlichen, natürlichen Einflüssen wieder, wie Waldbrände, Überschwemmungen, Bergrutsche, Insektenbefall, Windbruch und das sich laufend ändernde Klima.

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