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Die deutsche Literatur

Als Literatur wird häufig alles Schriftliche, wie Gedichte, Romane, Zeitungsartikel und Comics, bezeichnet. Meine Auffassung umfasst eine andere Definition. Zur Literatur zählen alle schriftlichen Werke, deren Bedeutung die eigene Zeit überdauert hat und deren Aussage auch noch in einigen hundert Jahren zutrifft. Die Werbebroschüre einer Firma oder ein Zeitungsartikel werden heute gelesen und sind morgen nur noch Altpapier - ein Drama oder Roman eines bedeutenden Schriftstellers ist doch etwas anderes.

Die deutsche Literatur umfasst alle Werke von Schriftstellern aus dem deutschsprachigen Raum, d.h. nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz und Österreich.

Die ersten Werke der deutschen Literatur sind die Heldenepen wie „Das Nibelungenlied” oder „Das Hildebrandslied”. Entstanden sind diese Werke wahrscheinlich im 8. oder 9. Jahrhundert und über 500 Jahre nur mündlich überliefert worden. Niedergeschrieben wurden sie erst im Mittelalter.

Im Mittelalter brachte es der ritterliche Minnesang seine höchste Blüte. Das wichtigste Thema dieser immer wieder abgewandelten Gedichte sind die Liebe und die Pflichten des Ritters. Um 1200 entstand der „Parzival” von Wolfram von Eschenbach. In diesem Ritterepos wird die Lebensweise von Rittern ausführlich beschrieben.

Überwiegend nur religiöse und theologische Werke waren im späten Mittelalter des 16. Jahrhunderts ausschlaggebend. In diese Zeit fallen auch die Abhandlungen und Predigten von Martin Luther, dessen Bibelübersetzung die Grundlage für das moderne Deutsch bildet.

Für das heutige Hochdeutsch legte Martin Opitz im 17. Jahrhundert den Grundstein. Der erste Roman im deutscher Sprache schrieb Jakob von Grimmelshausen: „Die Abenteuer des Simplicius Simplicissimus”.

Im anschließenden 18. Jahrhundert wandelte sich das Weltbild von religiösen zu mehr wissenschaftlichen Vorstellungen, die sich an der Vernunft ausrichtet - die Zeit der Aufklärung. Gotthold Ephraim Lessing war der herausragende Schriftsteller dieser Zeit.

Als Höhepunkt der deutschen Dichtung beginnt mit Klopstock und Herder und führt zu Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller, die die berühmtesten Werke der deutschen Klassik schrieben.

Ende des 18. und am Anfang des 19. Jahrhunderts begannen die Brüder Grimm alte Geschichten und Sagen zu sammeln und aufzuschreiben. Das führte nicht nur zur Übersetzung von altdeutschen Heldenepen durch Karl Simrock, sondern auch zur Übertragung von Sagen und Legenden aus anderen Sprachen, wie beispielsweise die Gruppe um Max Habicht, die die Märchen aus „1001 Nacht” zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt haben.

Die romantische Bewegung im 19. Jahrhundert entwickelte zum Teil streng philosophische Grundsätze, die sich von der damaligen Gegenwart abwendete und zu idealisierten Vorstellungen der Vergangenheit und zur Naturbewunderung hinwendete. Neben Novalis, Kleist, Schlegel und Tieck ist der bedeutendste Schriftsteller der Romantik sicherlich Heinrich Heine.

Viele Schriftsteller des 19. Jahrhunderts wendeten sich aber auch einem realistischen Weltbild zu und schrieben Romane und Dramen, das das Leben so darstellte, wie sie es auch sahen. Zu ihnen gehörte Friedrich Hebbel, Gottfried Keller, Gerhard Hauptmann und Theodor Fontane.

Durch die vorschreitende Bildung der Gesellschaft, durch mehr Freizeit bildete sich auch eine Richtung, die wir heute als "Trivialliteratur" bezeichnen. Zu diesen zählen beispielsweise Ludwig Ganghofer, Karl May, Ludwig Thoma.

Eine neue Stilrichtung entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Gedichte und Dramen von Stefan George, Hugo von Hofmannsthal, Franz Kafkas und Rainer Maria Rilke enthielten geheimnisvolle Verschlüsselungen, die die Sensibilität ihrer Autoren Menschen und Dingen gegenüber verraten.

Die berühmten Romane „Die Buddenbrooks” und „Der Zauberberg” von Thomas Mann stammen aus dem ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als weiterer wichtiger Vertreter des deutschsprachigen Theaters in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Bertold Brecht mit seinen Stücken „Mutter Courage” oder „Der kaukasische Kreidekreis”.

Nach dem zweiten Weltkrieg kam eine neue Generation der Erzähler: Heinrich Böll, Günther Grass und Alfred Andersch. Als Dramatiker muss man noch die Schweizer Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt und den Österreicher Peter Handke nennen.

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