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Wolfram von Eschenbach - Biografie

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   Literatur
      Eschenbach

         Biografie
            1. Wolframs Heimat
            2. Stand
            3. Vermögen
            4. Wolfram u. Walther
            5. W. Nachbarschaft
            6. Eheliches Leben
            7. Wolframs Werke
            8. W. und Gottfried
            9. Kiot
            10. Flegetanis
            11. Mythos vom Gral
            12. Deutung
            13. Anklänge Mythen
            14. Chronik Anjou
            15. Parzivals Abent.
            16. Parzival Peridur
            17. Kritik Mabinogi
            18. Ursprung Fortb.
            19. Templerorden
            20. Loherangrin
            21. Klinschor
            22. Priester Johannes
            23. Verchristlichung
            24. Jüngere Titurel
            25. Albrecht und Kiot
            Anmerkungen
Wolfram von Eschenbach, der größte Dichter, nicht, wie Friedrich Schlegel meinte, der Deutschen überhaupt, doch des deutschen Mittelalters, lebte gegen das Ende des zwölften und den Anfang des dreizehnten Jahrhunderts, also in der besten Zeit der Hohenstaufen und mitten in der von ihm selber mit heraufgeführten ersten Blütezeit unserer Sprache und Literatur. Während der furchtbaren Kämpfe, welche das Kaisertum wider die Hierarchie bestand, wusste er durch hohe Dichterkraft und sittliche Würde die Gemüter unserer Vorfahren zu gewinnen und zu fesseln. Sein Ruhm würde sich über seine Nation hinaus verbreitet haben, wenn jene Kämpfe mit dem Sieg des Kaisertums, statt mit Deutschlands Erniedrigung geschlossen hätten. Indem das Reich sank, welkte unsere Poesie, und wie sich Italien hob, ließ sich auch der dichterische Geist jenseits der Alpen nieder und auf Wolfram von Eschenbach folgte Dante der Florentiner. Noch drei Jahrhunderte währte Wolframs Ansehen in seinem Volk, bis ihn die gänzliche Umwandlung der Sprache, welche sich durch die Reformation entschied und die schon früher herrschend gewordene humanistische Richtung mit allen Dichtern des dreizehnten Jahrhunderts in ein unverschuldetes Dunkel stellte. Aus der Glaubensspaltung und den erschöpfenden Kriegen, welche von der Religion Anlass und Vorwand entliehen, trug der deutsche Geist eine Trübung und Lähmung davon, die er Jahrhunderte lang nicht überwinden konnte. Erst zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts entwickelte die deutsche Sprache und Literatur eine zweite Blüte, aus welcher wir den Samen eines neuen Volksbewussteins reifen sahen. Wenn dieser aufgeht, und mit hochschlagendem Herzen gewahren wir täglich das kräftige Gedeihen der jungen Pflanze, dann werden uns auch die Dichter, welche in jener frühern Periode unsere Nation verherrlicht haben, nicht mehr fremde sein, und Wolfram von Eschenbach, der deutscheste von allen, das nächste Recht auf unsere Liebe und Bewunderung geltend machen.

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