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Der Alpenjäger

(Gedicht von Friedrich Schiller)

Ein Gedicht, welches wie das Berglied im Jahr 1804 neben dem Wilhelm Tell entstanden ist und sich auf eine in der Schweiz herrschende Volkssage bezieht, in welcher ein Berggeist, hier „der Bergesalte“, als Beschützer der Gemsen erscheint. Statt Gemse hat Schiller hier den Ausdruck Gazelle gewählt, eine Tiergattung, die den Gemsen nahe verwandt ist und mit ihnen zu dem Geschlechte der Antilopen gehört. Bei der Mutter hat ihm jedenfalls die ängstlich besorgte Hedwig („Wilhelm Tell“, 3. Aufzug, 1. Szene), bei dem Jüngling eine Natur wie der Tell vorgeschwebt, der von sich sagt:

„Zum Hirten hat Natur mich nicht gebildet;
Rastlos muß ich ein flüchtig Ziel verfolgen.
Dann erst genieß’ ich meines Lebens recht,
Wenn ich mir’s jeden Tag auf’s neu’ erbeute.“

Zum Gedicht „Der Alpenjäger“.

Quellen
Schiller-Lexikon. Nicolaische Verlgasbuchhandlung (A. Effert und L. Lindtner), Berlin. 1869. Seite 4-14