Friedrich SchillerFriedrich Schiller

Friedrich Schiller an Wolfgang von Goethe

26. Jänn. [Donnerstag] 1804. 

Mein Schwager läßt Sie schönstens grüßen. Die Verlobung ist am Neujahr Russischen Calenders oder am 13. Januar des unsrigen gefeiert worden. Die Vermählung geht noch im Februar vor sich.

Cotta erkundigt sich sehr angelegentlich nach der Fortsetzung der natürlichen Tochter. Möchte ich ihm etwas Hofnung geben können! 

Er schreibt mir daß er mein Exemplar seiner allg. Zeitung, welches bisher immer über Jena gegangen, künftig dem Ihrigen beischließen werde. Vielleicht hat er schon den Anfang damit gemacht, in welchem Fall ich darum bitte. 

Den Adelung erbitte mir wenn Sie ihn nicht mehr brauchen. Ich habe allerlei Fragen an dieses Orakel zu thun. Hier lege sich eine kleine poetische Aufgabe zum Dechiffrieren bei. 

Was beginnen Sie heut und morgen? Die lang projectierte französische Vorlesung der Mad. d. Stael soll wie ich höre morgen vor sich gehen. Sind Sie aber morgen Abend zu Hause und aufgelegt, so lade ich mich bei Ihnen ein, denn mich sehnt darnach, Sie zu sehen. 

S.


Bemerkungen

1 Zu S. 118. Z. 3. Wolzogens Brief kenne ich nicht. Die Vermählung des Erbprinzen fand erst am 3. August statt. Zu Z. 7. Cottas Brief vom 16. Jan. (eingetr. d. 26.). Zu Z. 16. Das Gedicht scheint Schs. Berglied gewesen zu sein.