Friedrich SchillerFriedrich Schiller

Friedrich Schiller an Karl Böttiger

v. H. 10 Februar [Freitag] 1804.

Die Person von der die Rede ist, haben Sie errathen, das will ich ehrlich und redlich eingestehen, die Handlung aber, worauf es eigentlich ankommt, noch nicht. Und da der Himmel zu wollen scheint, daß das Geheimniß geheim bleibe, so will ich wenigstens nichts zur Enthüllung desselben beitragen. Die beste Art, es zu entdecken, möchte wohl das fertige Stück selbst seyn, und es ist am Ende auch einer von denjenigen Stoffen, die erst durch die Poesie zu etwas werden. 

Da ich indessen keinen Augenblick zweifle, daß Sie meinem Geheimniß auf die Spur kommen werden, so erbitte ich mir im Voraus von Ihrer Güte, es wie ein anvertrautes zu behandeln und möglichst schonend damit umzugehen. 

Hochachtungsvoll der Ihrige 

Schiller.


Bemerkungen

1 Zu S. 124. Z. 3. Die Person ist Margarete v. York. Schiller hatte bei einem Essen mit der Staël verraten, daß sein nächstes Drama den Namen einer Engländerin des 15. u. 16. Jahrhunderts in den Niederlanden führe. Vgl. Kettner, Schs. Warbeck S. 12.