Friedrich SchillerFriedrich Schiller

Friedrich Schiller an Bartholomäus Ludwig Fischenich

[Weimar 8. Nov. Donnerstag. 1804].

               Lieber Fischenich! 

Nur zwei Zeilen zum herzlichen Dank für Ihre liebevolle Theilnahme an mir und den Meinigen. Ihr Brief hat uns innigst gerührt; das ist die wahre Freundschaft, die einen im Unglück aufsucht. Gottlob, daß die Ursache Ihrer Furcht diesmal ungegründet war. Zwar war ich einige Tage sehr krank und brauchte einige Monate zu meiner Herstellung. Nun aber befinde ich mich wieder ganz ordentlich, und sehe dem Winter ohne Furcht entgegen. Mit meiner Frau und den Kindern geht es vollkommen gut, und von dieser Seite hat mir der Himmel nichts als Freude gegeben. 

Sein Sie herzlich von uns umarmt, liebster Freund. Warum können wir Sie nicht auch in einer Ihrer würdigen Thätigkeit sehen! Sind Sie denn so sehr an Ihren vaterländischen Boden gefesselt?

Ewig der Ihrige 

Schiller.


Bemerkungen

1 Fehlt in K.
X. Vom 5. Nov. an Charl. v. Sch. Vgl. A. Dort auch Charl. Brief vom 8. Nov., dem Schs. Zeilen als Einschluß beigefügt waren.