Friedrich SchillerFriedrich Schiller

Friedrich Schiller an L. W. Wittich

Weimar 23. Nov. [Freitag] 1804.

Bloß meine anhaltende Kränklichkeit ist schuld, daß ich Ihnen für Ihr gütiges Geschenk meinen Dank nicht früher abgestattet habe. Sie haben meinem Stück eine große Ehre erwiesen, daß Sie die Costümes aus demselben mit soviel Geschmack und Aufwand execoutieren ließen. Diese Unternehmung, die mich gleich anfangs sehr interessiert hat, behauptet sich im Fortschreiten bei ihrem Werth, und es ist zu wünschen, daß sie immer mehr Unterstützung finden möge, um sich zu einem schönen Ganzen in ihrer Art zu vollenden. 

Es soll nicht an meinem guten Willen fehlen, Ihnen auch ferner zu Fortsetzung und Erweiterung derselben Stoff zu geben und vielleicht möchte sich das, woran ich gegenwärtig arbeite, zu einem mahlerischen Gebrauch qualifizieren. 

Ich verharre mit vollkommenster Hochachtung 

Ew. Wohlgebohren 

ergebenster Diener                  
v. Schiller.


Bemerkungen

1 Abgesandt nach K. d. 26.
X. Eingetr. d. 22. Okt.) Fehlt.
Adressat war Buch- u. Kunsthändler in Berlin u. Herausgeber der „Kostüme auf dem Königl. National-Theater in Berlin.“
Zu S. 188. Z. 14. Das Stück war die Jungfrau. Zu Z. 23. Die gegenwärtige Arbeit ist der Demetrius.