Friedrich SchillerFriedrich Schiller

Friedrich Schiller an Luise von Lengefeld

Weimar 20. Dec. [Donnerstag] 1804.

Lolo ist seit einigen Tagen mit Krämpfen geplagt und etwas angegriffen, darum trägt sie mir auf, Chere Mere zu grüßen und Nachricht von uns zu geben. Das Wetter und die Jahrszeit nimmt uns alle sehr mit, auch Caroline war einige Tage nicht wohl, und mich plagt noch der heftige Catarrh, daß ich alle Geduld verlieren möchte. Gottlob die Kinder sind ganz wohl und grüßen schön. Möchte Chere Mere auch recht gesund und munter das neue Jahr antreten! 

Wolzogen hat mir meinen Ring um 500 Thlr. sächsisch angebracht, womit ich höchlich zufrieden bin. Ich kann nun der Chere Mere die 600 Thlr. die ich schuldig bin zurück zahlen, sie liegen parat und je eher Sie sie verlangen, desto lieber ist mirs. Sie brauchen uns also fürs erste kein Geld zu schicken, weil wir es an den 600 Thalern abziehen können. 

Wir grüßen die Chere Mere tausendmal und empfehlen uns den Freunden aufs beste. 

Schiller.


Bemerkungen

1 Zu S. 196. Z. 25. Der Ring, den die Kaiserin von Rußland als Geschenk an Sch. gesandt hatte. Zu Z. 29. Die Schwiegermutter sandte jährlich 150 Thlr. an Schiller als Zuschuß zum Haushalt.