Friedrich SchillerFriedrich Schiller

Friedrich Schiller an Heinrich Voß

Weimar 29. Dec. [Mittwoch] 1804.

Nur zwei Zeilen bester Freund für Ihren lieben Brief, dessen Innhalt mir sehr viel Freude machte. Der Monolog ist rund und nett ausgedrückt und bis auf ein paar eigentlichere Ausdrücke, die wir zusammen wohl noch finden wollen, ganz wie er ist zu brauchen. Dasselbe gilt auch von dem Anfang der Uebersetzung, die Sie mir hier zurückgelassen, u. worüber wir mündlich ein weiteres conferieren wollen.

Möchten Sie mit den Ihrigen ein recht heitres neues Jahr antreten. Der Catarrh herrscht noch bei mir und dieser verwünschte Saturnus wird mich wohl auch in das neue Jahr begleiten.

Wir grüßen Vater, Mutter, Brüder, Haus und Hof und auch den Vogel mit eingerechnet allerseits herzlich und ich bin im neuen wie im alten Jahr 

Ihr treuer Freund 

Schiller.


Bemerkungen

1 Fehlt in K.
X. Vom 28. Dez. 1804. Vgl. Katalog der v. Radowitzschen Autographen-Sammlung. Nr. 7544. Jetzt auf der Königl. Bibl. in Berlin.
S. 199. Z. 2. Durch ein sehr häßliches Versehen meinerseits ist die Bezeichnung des Tages hier und in allen folgenden Briefen falsch. denn der 29. Dezember war ein Sonnabend. Zu Z. 15. Vgl. Brfe. v. Joh. Heinrich Voß nebst erläuternden Beilagen herausgeg. v. Abraham Voß, Bd. III., 2. Akt, S. 31 (aus der Jenaer Zeit): „Voß hatte oft den Wunsch geäußert, wieder einen Vogel um sich zu haben. Da brachte Heinrich eines Tages einen Bastard-Stieglitz, der bald völlig zahm wurde, und als Liebling aller uns nach Heidelberg gefolgt ist.“