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Olivin

  Klasse (Dana) 8 Silikate
8/A1 Nesosilikate: Isolierte Tetraeder
8/A1.2 Kationen in oktaederförmigen Anordnung
8/A1.2.1 Gruppe Olivin
Klasse (Strunz)  
Chemische Formel (Mg,Fe)2SiO4
Varietät Peridot
Kristallsystem orthorhombisch 2/m 2/m 2/m
Farbe smaragdgrün bis normalerweise blass gelbliches grün
Strichfarbe weiß
Glanz Glasglanz
Transparenz transparent bis durchsichtig
Erkennung Umgebung, Farbe, Härte und Dichte

Olivin ist der Name einer Serie zwischen den Endmitgliedern Fayalit und Forsterit. Fayalit ist das Eisen-reiche Mitglied mit einer Formeln nahe Fe2SiO4. Forsterit ist das Magnesium-reiche Mitglied mit einer Formel nahe Mg2SiO4. Durch den Eisengehalt hat Fayalit einen höheren Brechungsindex, ist schwerer und hat eine dunklere Farbe als Forsterit. Andererseits sind sie schwierig zu unterscheiden und jeder Olivin enthält Eisen und Magnesium. Wegen der Einfachheit werden beide Mineralien als Olivin bezeichnet.

Fayalit bildet eine zweite Serie mit dem viel selteneren Mineral Tephroit. Tephroit ist das Mangan-reiche Mitglied der Serie mit der Formel Mn2SiO4 und Fayalit ist das Eisen-reiche Mitglied.

Olivin wird in ultramafischen vulkanischen Gesteinen gefunden. Ultramafisch ist ein Begriff, der zur Definition von vulkanischem Gestein verwendet wird. Mit ihm gibt man an, dass dieses Gestein einen hohen Eisen- und Magnesiumgehalt hat. Das "ma" steht für Magnesium, das "f" für ferrum, das lateinische Wort für Eisen. Olivin hat einen hohen Schmelzpunkt und ist das erste Mineral, das von einem mafischen Magma auskristallisiert. Forsterit kristallisiert als erstes aus, während Fayalit erst kristallisiert, wenn auch andere Mineralien, wie z.B. Pyroxen, sich bilden. Die frühe Kristallisation von Olivin ist der Grund dafür, dass geschmolzene Lava bereits kristallisierte Körnchen von Olivin enthalten können. Einige ultramafische Gesteine können fast vollständig aus Olivin bestehen. Dann werden diese Dunit genannt.

Olivin wird auch in vielen Eisen-Nickel-Meteoriten gefunden. Nicht als kleine Körnchen, sondern als Kristalle beträchtlicher Größe, die manchmal 50% des Volumens des Meteoriten einnehmen können. Dünne Scheiben dieser Meteoriten können sehr attraktiv sein mit ihren poliertem Stahlgrau des Eisens und den eingebetteten Körnchen des grünen Olivins.

Die Edelsteinvarietät von Olivin wird Peridot genannt. Die korrekte Aussprache der Endung lautet auf doe, wie bei Depot. Peridot ist der Geburtsstein des Monats August und ein erschwinglicher, gefärbter Edelstein. Leider wird er oft mit dem viel dunkleren grün des Smaragds verglichen, was eigentlich nicht vergleichbar ist. Peridot ist ein farbiger und attraktiver Edelstein, jedoch sind schön geformte Kristalle selten.

Kristallverhalten Abgeflachte, säulenartige bis schachtelartige Kristalle, aber gute Kristalle sind selten. Meistens findet man Körnchen im angeschwemmten Kies und in Taschen mit Körnchen in vulkanischem Gestein mit hohem Magnesium und Eisengehalt. Auch massiv.
Spaltbarkeit Schlecht in zwei Richtungen, aber sehr undeutlich und selten bemerkt.
Spaltrichtungen 2 unter 90°
Bruch muschelförmig
Zähigkeit  
Härte 6,5 ... 7
Dichte 3,3 für Magnesium-reiches Olivin, 4,2 für Eisen-reiches Olivin
Geschmack  
Geruch  
Gefühl  
Lumineszenz  
Brechungsindex 1,64 ... 1,7
Doppelbrechung vorhanden
Dispersion  
Pleochroismus  
Interferenz  
Magnetismus  
Anlauf  
Flammenfärbung  
Lösbarkeit  
Lösverhalten  
Weitere Eigenschaften  
Verwendung Als Edelstein, für industrielle Zwecke, Schleifmittel und als Mineralprobe
Bearbeitung  
Vorkommen Deutschland
Russland, Ural
Südafrika
USA, Arizona
USA, Hawaii
USA, North Carolina
Gesellschaften Diopsid, Spinell, Plagioklas-Feldspäte, Chromit, Serpentin, Eisen-Nickel-Meteorite und Augit
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